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1.

Wie soll die langfristige Finanzierung des Missionsspitals aussehen?

Ein großer internationaler Freundeskreis, dem 860 Förderer (November 2011) angehören, trägt rund Zweidrittel des monatlichen Budgets. Die Einkünfte seitens der Patienten decken  etwa ein Drittel ab. Patienten, die der Mittelklasse angehören, bezahlen für ihre Behandlung. Ein einheimischer Sozialarbeiter ermittelt jeweils, in welchem Maße sich die Patienten an den Kosten beteiligen können.

2.

Welchen Beitrag leistet die peruanische Regierung zum Projekt?

Im Kooperationsabkommen zwischen der staatlichen Gesundheitsbehörde (DIRESA) und Diospi Suyana vom 3. April 2003 wurde die Zusammenarbeit recht unbürokratisch geregelt. Seit dem Juli 2006 hat die Gattin des damaligen peruanischen Präsidenten offiziell die Schirmherrschaft überbernommen. Dadurch sind die Importe der Sachspenden aus dem Ausland enorm erleichter worden. Als Nichtregierungsorganisation sind wir von der Mehrwertsteuer befreit.

3.

Welche Rolle spielt der christliche Glaube bei der alltäglichen Arbeit am Missionsspital?

Diospi Suyana hat sich im Kooperationsvertrag mit der staatlichen Gesundheitsbehörde verpflichtet, alle Peruaner unabhängig von ihrer Weltanschauung und Religionszugehörigkeit zu behandeln. Ein wesentliches Motiv für die Errichtung und den Betrieb des Spitals ist aber unser Wunsch, die Bergpredigt Jesu zu praktizieren. Die Wohltätigkeit von Diospi Suyana ist an keinerlei Bedingungen geknüpft.

4.

Ist ein evangelisches Krankenhaus in einem vorwiegend katholischen Land nicht ein Fremdkörper?

Nein, durchaus nicht. Gegenwärtig gehören 10 % der Einwohner Südperus evangelischen Kirchen an. Das Krankenhaus behandelt natürlich Katholiken mit dem gleichen Respekt wie Protestanten. In den peruanischen Medien wird der konfessionsübergreifende Ansatz des Hospitals Diospi Suyana ausdrücklich gewürdigt.

5.

Wie viele Angestellte benötigt das Spital?

Derzeit sind 125 Mitarbeiter am Spital tätig. Das Krankenhaus beschäftigt derzeit rund 90 Peruaner und ist damit einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region geworden. Das Team wird durch freiwillige Arbeitskräfte aus dem Ausland komplettiert, die ihre finanzielle Unterstützung über private Förderkreise organisieren. Dadurch kann das Budget des Spitals signifikant gesenkt und mehr Geld für die medizinische Versorgung der Ärmsten zur Verfügung gestellt werden.

6.

Lohnt sich solch ein großes Projekt in Peru überhaupt? Eigentlich stellt doch ein 50-Betten-Krankenhaus nur einen Tropfen auf den heißen Stein dar.

Das Missionsspital Diospi Suyana hat von Oktober 2007 bis Oktober 2011 bereits über 86.000 Patientenbesuche verzeichnet. Bei den meisten Patienten handelt es sich um arme Berglandindianer. 

7.

Wer ist eigentlich der Träger der Einrichtung Diospi Suyana?

Als Inhaber und Betreiber des Missionsspitals in Curahuasi fungieren der deutsche Trägerverein Diospi Suyana e. V. und der peruanische Verein "Asociación Civil Religiosa Diospi Suyana". Die Vereine sind in Deutschland und Peru als gemeinnützig anerkannt. Die Konten werden in beiden Ländern regelmäßig von unabhängigen Einrichtungen überprüft.

8.

Wo wohnen die ausländischen Mitarbeiter?

Alle freiwilligen Mitarbeiter aus dem Ausland leben im Ort Curahuasi. Damit möchte Diospi Suyana einer möglichen Gettobildung entgegenwirken. Ein direkter und freundlicher Kontakt zur indianischen Bevölkerung ist ein wesentliches Merkmal der Philosophie von Diospi Suyana.

9.

Wo liegt das Missionsspital Diospi Suyana?

Nach vielen Gesprächen mit staatlichen Stellen und einheimischen Kirchen wurde die kleine Andenstadt Curahuasi als Zielort gewählt. Curahuasi befindet sich in der Region Apurímac, die auch als das Armenhaus Perus bezeichnet wird. In diesem Gebiet leben 500.000 Menschen, mehrheitlich Quechua-Indianer, unter Bedingungen größter Armut. Auf 10.000 Menschen kommen gerade mal 2,8 Ärzte (BRD: 33), die zudem nur in den Städten praktizieren. Curahuasi ist 125 km von Cusco entfernt. Seine Höhe von 2600 m bedingt ein ausgesprochen mildes Klima, was der Genesung der Patienten förderlich ist.

10.

Ist die Behandlung der Patienten kostenlos?

Die Würde des Menschen verlangt es, dass jeder Patient einen gewissen Beitrag zu seiner medizinischen Versorgung leistet. Kostenlose „handouts“ reduzieren den Patienten zu einem bloßen Almosenempfänger und schaffen neue Abhängigkeit. Da aber viele Berglandindianer die Kosten einer modernen Behandlung nicht bezahlen können, sind sie auf einen Zuschuss aus dem Wohltätigkeitsfond des Spitals angewiesen. Das Krankenhaus versteht sich als karitatives Werk, wird jedoch niemals mehr austeilen, als es über Spenden vorher erhalten hat.

11.

Wie kann man diese karitative Arbeit unterstützen?

Sie haben drei interessante Optionen, das Werk von Diospi Suyana zu unterstützen. Senden Sie Ihre Spenden an eines der beiden angegebenen Konten. Machen Sie Ihre Nachbarn, Freunde und Kollegen auf die Arbeit von Diospi Suyana aufmerksam. Beten Sie regelmäßig für die Patienten und Mitarbeiter des Spitals.

12.

Was ist ihre Motivation, solch ein Projekt zu wagen?

In einer Welt, die zunehmend durch Zukunftsängste und Pessimismus geprägt ist, haben wir eine echte Zuversicht, die sich auf unseren Glauben an Jesus Christus gründet. Die bedingungslose Liebe Gottes schuf durch den Tod und die Auferstehung Christi eine dauerhafte, ewige Hoffnung, die die diesseitige soziale Not des Menschen überwindet. Christen sind als Nachfolger Jesu aufgefordert, das Elend ihrer „Nächsten“ als persönliche Herausforderung anzunehmen. (Matthäus 25, Lukas 4)

13.

Welche Krankheitsbilder werden im Spital behandelt werden?

Das Spektrum der behandelten Krankheiten ist groß. Es reicht von der Blinddarmentzündung, dem Gallensteinleiden, dem offenen Knochenbruch über die Lungenentzündung bis hin zu geburtshilflichen Notfällen. Die große Not der Berglandindianer bedingt aber weitere Erkrankungen, wie die Tuberkulose und eine Durchseuchung mit Würmern. Besonders bei Kindern können Infekte des Darms und der Atemwege lebensgefährlich werden, wenn sie nicht konsequent medizinisch therapiert werden.

14.

Stellt der „Leuchtende Pfad“ eine Gefahr für die Mitarbeiter und Patienten dar?

Die maoistische Terrororganisation Sendero Luminoso (der leuchtende Pfad) wurde zu Beginn der 90er Jahre weitgehend zerschlagen. Gegenwärtig wird die Zahl der aktiven Anhänger dieser Bewegung auf 150 geschätzt. In den letzten Jahren blieb die Region Apurímac von Aktivitäten des Leuchtenden Pfades verschont.

15.

Erhält der Verein Diospi Suyana eine Unterstützung durch das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Berlin?

Diospi Suyana erhält weder von deutschen noch peruanischen Ministerien Unterstützung. Alle Spenden kommen von Privatpersonen bzw. Firmen aus Deutschland und anderen Ländern.

16.

Operiert das Krankenhaus Diospi Suyana außerhalb des peruanischen Gesundheitssystems?

Diospi Suyana arbeitet mit dem peruanischen Staat bei der medizinischen Versorgung der Indianer eng zusammenarbeiten. Eine Reihe von Verträgen zwischen dem Krankenhaus und öffentlichen Körperschaften regelt diese Kooperation. Das Missionsspital versteht sich ausdrücklich nicht als Konkurrent bestehender Einrichtungen. Am Missionsspital werden derzeit einige Krankenschwestern und Assistenzärzte ausgebildet. Wir bemühen uns um eine engere Verbindung zu mindestens einer Universität in Lima.

17.

Wie wird die Vision von Diospi Suyana in Deutschland aufgenommen?

Durch über 800 Vorträge in ganz Deutschland, etwa 250 Zeitungsartikel sowie einigen Interviews im Radio und Fernsehen haben über 20 Millionen Menschen in Deutschland von diesem Vorhaben gehört. Viele Zuhörer haben sich begeistern lassen. Bis November 2011 sind rund 14 Mio USD an Geld- und Sachspenden für den Bau bzw. den Unterhalt des Spitals gespendet worden.

18.

Was sagen die Menschen vor Ort eigentlich zu den Krankenhausplänen?

Die Curahuasinos, wie sich die Einwohner der Stadt Curahuasi nennen, haben die Idee eines Missionsspitals mit Begeisterung aufgenommen. Für sie bedeutet Diospi Suyana die Erfüllung einer lang gehegten Hoffnung. Auch die Stadtverwaltung unterstützt das Projekt und hat Diospi Suyana beim Kauf des Geländes im April 2003 die Grunderwerbsteuer erlassen. Am 31. August 2007 feierten 4500 Menschen enthusiastisch die Einweihung des Krankenhauses. Die Gegenwart der "First Lady" Perus, des Gesundheitsministers und 9 Fernsehteams unterstrich die besondere Bedeutung des Spitals für Peru. Die Freude der Menschen vor Ort, aber auch die vielen Artikel der peruanischen Presse, kennzeichnen Diospi Suyana als ein Projekt der Freundschaft. Die beliebteste Wochenzeitschrift Perus "Somos" nannte in einer langen Reportage am 2. September 2006 die Initiatoren des Projektes "Engel der Anden".

19.

Wie sieht die Energie- und Wasserversorgung des Spitals aus?

Das Krankenhaus ist an das Wasser- und Stromnetz der Stadt Curahuasi angeschlossen. Eigene Zisternen und 2 Notstromgeneratoren garantieren zudem einen reibungslosen Betrieb des Spitals bei Wasserknappheit und möglichen Stromausfall. Fünf gespendete Solaranlage liefern Strom für die Außenbeleuchtung, die Zentralheißung des Spitals und heißes Wasser in allen Gebäuden. Über einen eigenen Brunnen fließen bis zu 15.000 Liter Wasser pro Stunde. 

20.

Wie wollen Sie den Kindern der freiwilligen Mitarbeiter eine gute Schulausbildung sichern?

Es gibt in Curahuasi eine Reihe von Schulen, deren Niveau allerdings recht unterschiedlch ist. Einige Familien verwenden deshalb zu Hause ein Programm der Deutschen Fernschule. Für 2012 ist der Bau einer Diospi Suyana-Schule in Curahuasi geplant, die sowohl peruanischen als auch Missionarskindern zur Verfügung stehen soll.