Interview Detlev Hofmann am 14.03.2008

Detlev Hofmann, Medizintechniker der Firma Stoss-Medica aus Wiesbaden engagiert sich schon jahrelang ehrenamtlich für Diospi Suyana. Er war immer zur Stelle, wenn Not am Mann war, ob es um den Abbau einer gespendeten Zahnarztpraxis ging, die Inventur unserer Sachspenden im September 2006 in der Lagerhalle der Firma Schenck Technologie- und Industriepark in Darmstadt oder das Verpacken der Container für die große Reise nach Peru. Dieses Jahr soll es ein zweites Mal nach Peru gehen. Diospi Suyana (DS) fragte Detlev Hofmann (DH) nach seinen Beweggründen und Eindrücken seiner ersten Perureise.

DS: Herr Hofmann, Sie wissen immer, was noch gebraucht wird. Kann es sein, dass Sie als Einziger in punkto Krankenhausausstattung den vollen Durchblick haben?

DH: Nein. Jeder hat einen Beitrag dazu geleistet mit dem Wissen, das er hat. Ich bin nicht als Einziger dafür verantwortlich, ich hab nur geholfen.

DS: Ich habe das Bild von Ihnen inmitten vieler Kartons, Maschinen und Kleinteilen im Darmstädter Lager noch gut in Erinnerung. Ein Chaos zum Davonlaufen. Haben Sie nicht spätestens da bereut, Ihre Hilfe angeboten zu haben?

DH: Ich hab zwischendurch mal gedacht: Wieso machst Du das eigentlich? Aber es war okay und der Erfolg hat uns Recht gegeben. Es war wichtig, alle Sachspenden durchzusehen, weil doch viele Dinge dabei waren, die für die weite Reise nicht geeignet waren.

DS: So viel Zeit zu investieren für andere Menschen – kommen da Ihre Hobbys und Ihr Privatleben nicht zu kurz?

DH: Nein! Die Zeit habe ich mir meistens am Wochenende oder freitagnachmittags genommen, da war das kein Problem.

DS: Hat Ihr Chef Verständnis dafür, dass Sie neben Ihrem Job noch so viel Kraft in ein gemeinnütziges Projekt investieren?

DH: Ja, dafür hat er so lange Verständnis, wie meine Arbeit nicht darunter leidet.

DS: Manche helfen gerne einmal, weil sie etwas für eine gute Sache tun wollen, wenn es aber zu anstrengend wird, lassen sie es lieber. Sie haben eine große Ausdauer bewiesen. Würden Sie noch einmal Ihre Hilfe anbieten?

DH: Jederzeit! Es hat Spaß gemacht. Auch zu sehen, wie alles gewachsen ist. Im Mai fliege ich wieder nach Peru. Ich bin sehr gespannt, was alles geworden ist. Wenn ich mir alleine die Bilder ansehe, sage ich: Dafür hat sich alles gelohnt!

DS: Haben Sie in der Vergangenheit auch schon andere Hilfsprojekte unterstützt?

DH: Ja, einmal eine Ukraine-Hilfe, sie nennt sich AIST. Mit dem Vorsitzenden des Vereins und zwei Kollegen von ihm bin ich in die Ukraine gefahren. Dort haben wir dann auf den LKW gewartet, den wir vorher in Wiesbaden beladen haben. Aber ich Moment ist kein Bedarf an Geräten, weil zwischenzeitlich viele Einheimische medizinische Geräte verkaufen.

DS: Wie sind Sie denn ursprünglich mit Diospi Suyana in Berührung gekommen?

DH: Das ist schon lange her. Dr. Eckehart Wolff, auch Missionsarzt, der ein Krankenhaus in Quito, Ecuador geleitet hat (Hospital Vozandes) kenne ich seit ca. 10 Jahren. Er kam immer zu meiner Firma, um sich Instrumente für sein Krankenhaus zu kaufen. Irgendwann sagte ich: Du, Eckehart, ich würde Dich gerne mal besuchen. - Und los ging’s nach Ecuador.

DS: Und da sind Sie auf Klaus und Martina John gestoßen?

DH: Zuerst war ich in Quito und habe mir das Hospital angeschaut, danach sind wir erst ins eigentliche Dschungelhospital nach Shell gefahren. Dort habe ich Klaus John und seine Frau Martina kennen gelernt, das war während der WM 2002. Irgendwann kam dann Klaus John nach Wiesbaden in meine Firma und erzählte mir von seinem Vorhaben und dem seiner Frau, ein Hospital in den Anden für die Indios zu bauen. „Okay, ich sage meinem Chef Bescheid!“ Und mein damaliger Chef hat dieses Projekt dann auch gleich mit unterstützt. Seit diesem Zeitpunkt versuche ich, überall fehlende Sachen zu besorgen und zu helfen, wo ich gebraucht werde. Inzwischen habe ich noch ein bisschen Platz hier im Wiesbadener Lager, den wir für die Sachspenden nutzen können – und fast täglich wird etwas angeliefert.

DS: Ihre Arbeitskraft, Zeit und Urlaub in den Dienst eines sozialen Projektes zu stecken ist das Eine. Aber Sie haben ja sogar noch die Reisekosten für Peru selbst getragen. Warum machen Sie das alles?

DH: Das habe ich mich selbst auch schon gefragt. Aber es macht mir Spaß, da mitzuhelfen. Es ist interessant und das Gute an Diospi Suyana ist, dass das, was man tut, auch dort ankommt. Und ich habe das Projekt von Anfang an wachsen sehen.

DS: Haben Sie außer dem Krankenhaus in Ihrem Urlaub im April 2007 wenigstens noch etwas anderes von Peru sehen können?

DH: Ja klar. Ich war die erste Woche auf der Baustelle in Curahuasi, die nächsten zwei Wochen bin ich durch Peru gereist: Cusco, mit der Eisenbahn zum Titicacasee, Ausflug auf dem See, von dort aus zu den Nasca-Linien, nach Ika, Pisco und Arequipa. Und von da aus fuhren wir im Bus einen richtig schönen Holperweg durchs Gebirge zurück über Abancay nach Curahuasi. Machu Picchu war mir erstmal zu teuer, das kommt dieses Jahr dran.

DS: Welche Geschichte haben Sie mit nach Hause genommen?

DH:Ich bin in Curahuasi, hinter dem Krankenhaus auf einem Feldweg einen Berg hoch gelaufen. Da habe ich jemanden getroffen mit seinem Hund. Mit meinen paar Brocken Spanisch habe ich versucht ihn zu fragen, wohin er geht. Er war unterwegs zu seinem Kartoffelacker und fragte mich, ob ich mitgehen wollte. Das habe ich gemacht. Wir sind zwei Stunden marschiert, fast nur bergauf. Am Ziel waren seine Eltern und Geschwister gerade dabei, mit der Hand Kartoffeln auszulesen. Ein Ochsengespann wühlte die Erde auf, damit die Kartoffeln geerntet werden konnten. Später hat die Familie Kartoffeln gekocht und mich zum Mitessen eingeladen. Zu den Pellkartoffeln gab es eine Soße aus Essig, Öl, Zwiebeln und Kräutern. Das war richtig toll und hat Spaß gemacht, obwohl wir uns nur mit Händen und Fußen verständigen konnten. Das einfache Leben, die Gastfreundlichkeit der Indianer und dass sie mich als Fremden so mit hineingenommen haben, hat mich fasziniert. Das war das schönste Erlebnis für mich.

DS: Udo Klemenz, unser Bauingenieur, beschreibt Sie als „ganz lieber Mensch, mit dem man gut zusammenarbeiten kann, sehr hilfsbereit, verständnisvoll, selbstständig, unkompliziert, einfach lieb.“ Damit wissen wir ja schon eine ganze Menge über Sie. – Was sagen Sie selbst?

DH: Das kann ich so stehenlassen. J

DS: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Hofmann!

Interview Tobias Löscher am 20.02.2008

Tobias Löscher aus Neustadt in Sachsen engagiert sich intensiv für Diospi Suyana, finanziell und mit seiner Zeit. Seinen Kontakten haben wir die Viessmann-Solaranlage zu verdanken, die er im Sommer 2007 zusammen mit dem Angestellten Uwe Fähnemann, seinem Freund Olaf Bein und seinem Schwager André Kluge vor Ort montiert hat. Ein zweites Mal flog er im Januar 2008 nach Peru. Dieses Mal zusammen mit Frau Sibylle und seinen Kindern, denn die Solaranlage musste erweitert werden. Diospi Suyana (DS) sprach mit Tobias Löscher (TL).
                                         

DS: Tobias, was machst Du beruflich?

TL: Ich bin Geschäftsführer einer Heizungs- und Sanitärfirma in Neustadt Sachsen.

DS: Du hast in den letzten Jahren sehr viel für Diospi Suyana bewegt. Hat ein Unternehmer so viel Zeit?

TL: Ein Unternehmer hat nie Zeit. Man muss sie sich nehmen.

DS: Warum das soziale Engagement?

TL: Als Christ hat man die Verantwortung zu teilen und von seinem Reichtum abzugeben. Wir haben außerdem eine große Verpflichtung das wiedergutzumachen, was Europäer, in dem Fall die Spanier, in Südamerika angerichtet haben.

DS: Und warum gerade Diospi Suyana?

TL: Weil die Hilfe direkt ankommt und ich vor Ort mithelfen konnte. Und das sehr unbürokratisch.

DS: Was sagt Deine Familie zu Deinen Aktionen?

TL: Meine Familie unterstützt das voll.

DS: Hast Du auch noch Zeit für Deine Frau und Deine drei Kinder?

TL: Ja, schon noch, wenn auch wenig.

DS: Dein eindrücklichstes Erlebnis in Peru?

TL: Da gibt es drei. Das erste war letztes Jahr im Sommer. In einer Gaststätte in Curahuasi hat sich spontan eine Quechua-Frau bei uns dafür bedankt, dass wir beim Aufbau des Krankenhauses mithelfen. Das hat mich sehr bewegt. Und beim zweiten Besuch hat mich sehr froh gemacht, dass das gesamte Material heil angekommen ist, alles geklappt hat und wir die komplette Solaranlage in Betrieb nehmen konnten. Ein Highlight war auf jeden Fall noch die Verabschiedung von Barbara Klemenz und ihrem Mann, dem Bauingenieur Udo. Ich ziehe den Hut vor Udo!

DS: Warum war die Verabschiedung so ein Highlight für Dich?

TL: Alle zusammen haben das organisiert, jeder hat etwas beigetragen. Das war ein sehr schöner Tag und ein schönes Gemeinschaftserlebnis mit den Missionaren.
                                                                                                               DS: Dein Wunsch für Diospi Suyana?

TL: Dass die Missionare weiterhin so gut zusammenhalten, die Gemeinschaft so schön bleibt wie sie ist und das Krankenhaus Diospi Suyana langsam und mit Bedacht wachsen kann. Und dass es ein wichtiges Krankenhaus für die Region wird und ein deutliches Zeichen für christliche Nächstenliebe in Peru.

DS: Vielen Dank für das Gespräch!

Interview Olaf Böttger am 10.01.2008

Olaf Böttger ist Gründungsmitglied und 1. Vorsitzender des Vereins Diospi Suyana und nimmt Stellung zu seiner ehrenamtlichen Tätigkeit.

DS: Olaf, wenn ich manchmal sehe, zu welchen Uhrzeiten Deine E-Mails ankommen, könnte der Eindruck entstehen, Du arbeitest rund um die Uhr für Diospi Suyana. Tagsüber hauptberuflich und am Abend – bis in die Nacht hinein – ehrenamtlich. Hast Du auch noch einen anderen Job?

OB: Ich bin Software-Entwickler für eine Firma, die Bilder vom Wettersatelliten vertreibt und kann tagsüber ab und zu mal eine E-Mail beantworten.

DS: Eine E-Mail?

OB: Oder auch zwei. Und abends, nachdem die Kinder im Bett sind, kann ich mich intensiver mit Diospi Suyana beschäftigen. Dadurch wird es manchmal etwas spät. Andererseits stehe ich morgens schon sehr früh auf. Deshalb hast Du den Eindruck, ich schlafe nie, aber das stimmt so nicht.

DS: Und was sagt Dein Chef dazu? Hat der nichts dagegen, wenn Du Dich so stark für Diospi Suyana engagierst?

OB: Es gab einmal einen Vortrag in meiner Firma über Diospi Suyana – und mein Chef fand das sehr gut und unterstützenswert und hatte dabei geäußert, dass er nichts dagegen hat, wenn ich mich dafür engagiere.

DS: Und was sagt Deine Frau und Deine Familie dazu, wenn Du am Abend dann zwar endlich körperlich anwesend bist, aber bis in die Nacht hinein am PC sitzt?

OB: Na ja, das stört die weniger, weil sie dann schon schlafen. Was die dann eher stört, ist, wenn ich bei einem Mitarbeitertreffen oder einer Mitgliederversammlung den ganzen Tag weg bin. Einen Tag, den sie sonst mal mit mir verbringen könnten …

DS: Keine Angst vor einem Burnout?

OB: Nein – noch nicht.

DS: Noch nicht, - was nicht ist, kann noch werden? Gibt es noch keine Anzeichen dafür?

OB: Nein, keinerlei Anzeichen.

DS: Dann erzähl doch mal, wie Du zu Diospi Suyana kommst, woher Du Klaus und Martina John kennst.

OB: Ich kenne die beiden schon sehr lange, weil ich auch in Wiesbaden, in derselben Gemeinde aufgewachsen bin und damals war ich als Achtjähriger in der Jungschargruppe und Klaus war einer der Mitarbeiter. Einige Jahre später war ich dann auch Mitarbeiter. Klaus hat die Jugendarbeit sehr gut geleitet und ich hab damals schon erlebt, wie er und seine heutige Frau früh die Idee oder den Wunsch hatten, Ärzte zu werden und in die Mission zu gehen. Ich hab die beiden dann etwa zehn Jahre aus den Augen verloren, als sie überall in der Weltgeschichte herumreisten und ich studiert habe. Aber dann, eines Tages, es war 2002, kam ein Anruf von Klaus, wo er mich fragte, ob ich Interesse hätte, bei der Vereinsgründung von Diospi Suyana mitzumachen. Da ich ihn kannte, habe ich ihm zugetraut, dass er sein Vorhaben umsetzen könnte und war dann auch gerne bereit, an der Satzung mitzuarbeiten und 1. Vorsitzender zu werden, - wobei ich damals natürlich nicht wusste, was da alles auf mich zukommen würde.

DS: Du arbeitest hauptsächlich im Hintergrund, machst also Arbeiten, die man nicht sieht – und für die man keine Lorbeeren ernten kann. Was ist Deine Motivation, woher nimmst Du die Ausdauer?

OB: Ich stehe nicht so gerne im Vordergrund und im Mittelpunkt und bin deswegen ganz froh, dass ich das im Hintergrund machen kann. Die Ausdauer? Na ja, das ist für mich auch eine Erfahrungsreise mit Gott. Ich hab es praktisch in noch keiner anderen Arbeit so erlebt, wie Gott so führt und segnet - und die vielen Wunder, die er getan hat. Und deswegen bin ich gerne dabei, weil ich halt noch mehr davon erleben möchte.

DS: Du warst bei Klaus John in der Jungschar. Demnach hast Du denselben geistlichen Hintergrund, bist also auch Baptist?

OB: Ja, ich bin in der Baptistengemeinde groß geworden, hab mich dort auch taufen lassen und bin jetzt aber in einer Freien Evangelischen Gemeinde.

DS: Ich hab Dich als sehr gewissenhaft, äußerst zuverlässig und harmoniebedürftig kennengelernt. Und als sehr bescheiden. Was würde ergänzend Deine Frau Katrin über Dich sagen?

OB: Na ja, vielleicht würden ihr auch einige Sachen einfallen, die nicht so gut sind … Aber sie hat in letzter Zeit schon öfter gesagt, dass sie es freut, dass ich so einen beruhigenden Effekt auf sie habe, dass wenn sie sich Sorgen macht, dass es sie beruhigt, wenn wir darüber gesprochen haben.

DS: Du bist also der ruhende Pol in der Familie.

OB: Sozusagen.

DS: Und Du bist ein großer Gewinn für Diospi Suyana. Danke für das Gespräch, Olaf!

Ein Interview Katy und Roland Gräb am 19.01.2007

Katy und Roland Gräb aus Solms-Niederbiel unterstützen Anette Bauscher von Diospi Suyana ehrenamtlich. Zuhause bereiten sie jeweils den Versand des nächsten Rundbriefes vor, damit das ehrenamtliche Team die Arbeit an einem Tag überhaupt schaffen kann. Stundenlang stempeln sie Kuverts. Oder besorgen Büromaterial. Oder sind dabei, wenn es heißt, das nächste Mitarbeitertreffen muss organisiert werden.

DS: Katy, du bist Krankenschwester. Es ist deine „soziale“ Ader, die dich so mit Diospi Suyana verbindet, oder?

KG: Nö, auf den Treffen gibt es immer ein gutes Essen. Nein … bei mir ist es so gekommen, dass ich deinen Vortrag in der Kirche in Niederbiel gehört habe. Mir ging vorher schon mal durch den Kopf irgendwohin zu spenden, wo ich ein bisschen Transparenz hab. Bis dahin hatte ich ein Werk unterstützt, bei dem mir das fehlte. Zuhause sprach ich dann mit meinem Mann darüber und der war einverstanden, dass wir Diospi Suyana regelmäßig unterstützen. Dann wurde ich das 250. Fördermitglied. Dazu kam, dass ich Barbara und Udo Klemenz von meinen Eltern her kannte. Sie hatten sich sehr um meine Mutter gekümmert, als sie krank war. Und sie hatten uns persönlich mal einen großen Gefallen getan, den ich ihnen nie vergessen werde.

DS: Kurz bevor sie sich auf den Weg nach Peru machten, luden sie uns ein zu einem Abschiedsessen, bei dem wir fragten, ob wir ihnen helfen könnten. Dabei dachten wir an irgendetwas an ihrem Haus. Ihre Antwort: Fragt mal Anette … Nachdem ich dann eine Zeit lang bei dir mitgearbeitet hatte – und davon immer meinem Mann erzählte, fragte er mich irgendwann: Sag mal, gibt es denn für mich da nichts zu tun?

DS: Toll, dass ihr beiden euch zusammen engagiert. Hast du noch andere Hobbys außer Diospi Suyana?

KG: Ja, Sport wie z. B. Spazierengehen und Gymnastik. Durch Diospi Suyana lernte ich übrigens auch den Umgang mit Computern. An dich habe ich die erste E-Mail geschickt.

DS: Und was macht ein Polizist, wenn er nicht gerade für Diospi Suyana aktiv ist?

RG: „Alles das, was meine Frau sagt!“ Und ich spiele noch Boule.

DS: Was ist das denn?

RG: Eine Art Boccia (italienische Variante) auf Französisch. Mit Eisenkugeln. Wir spielen sogar in der Oberliga. Und dann gibt es in Solms noch einen deutsch-französischen Freundeskreis, bei dem ich Kassierer bin. Deutsch-französische Freundschaften pflegen fand ich sehr spannend. Als Anfang 90 dann der Verein gegründet wurde, bin ich gleich Mitglied geworden.

DS: Ihr arbeitet doch beide im Schichtdienst. Ist die Gefahr bei so aufwendigen Hobbys und großem ehrenamtlichen Einsatz nicht groß, dass für euch beide gar keine Zeit mehr bleibt?

RG: Diospi Suyana machen wir ja zu fast 50 % gemeinsam. Diese Zeit nutzen wir. Und freuen uns über diese Möglichkeit. Außerdem haben wir ja auch nicht immer für Diospi Suyana zu tun, sondern nur in Stoßzeiten wie Rundbriefen und Mitarbeitertreffen. Und das wird auch immer mehr Routine.

DS: Was gehört noch zu eurem Leben?

KG: Unser Glaube an Jesus Christus - und selbstverständlich unser Kater Elwood. Inzwischen ist er schon gesegnete 16 Jahre.

DS: Roland, versuch doch mal, deine Frau zu beschreiben!

RG: Katy ist hilfsbereit; hartnäckig, wenn sie etwas durchsetzen will; sehr liebevoll, kocht gerne und gut – und überlegt meistens sehr intensiv, bevor sie entscheidet.

DS: Und was meint Katy zu Roland?

KG: Roland ist liebenswert, treu, ehrlich, absolut nicht berechnend, herzlich, lustig, großmütig, charmant, gentlemanlike, fürsorglich.

DS: Aha, die positiven Seiten stehen auf jeden Fall im Vordergrund. :-) Zum Schluss noch eine Frage: Euch ist nichts zu viel, wenn Diospi Suyana eure Hilfe braucht. Was genau gefällt euch ausgerechnet an Diospi Suyana so gut, dass ihr so viel Freizeit opfert?

KG und RG: Das Schöne ist nicht nur das Projekt generell, sondern dass man auch ein Stück weit Gemeinschaft hat mit den Leuten von Diospi Suyana, sie kennen lernt, mit ihnen zusammensitzt. Und dass wir Barbara und Udo kennen, die direkt vor Ort mitmachen. Weil Diospi Suyana ein Projekt ist, in das man integriert werden kann – mit seinen Fähigkeiten. Jede Fähigkeit wird gebraucht. Es gibt genügend anonyme Werke, da geht jeden Monat etwas vom Konto ab, aber man hat keinen Bezug dazu und weiß nicht wirklich, was läuft.

DS: Herzlichen Dank für das Gespräch.

Ein Interview mit Gabi Wetzel am 07.12.2006

Gabi Wetzel ist Theologin,  Redakteurin und PR-Beraterin und hat das Web-Jugendradio „CrossChannel“ des überkonfessionellen christlichen Medienunternehmens ERF aufgebaut. Seit August  2006 arbeitet sie als Pressereferentin beim BVI, Bundesverband Investment und Asset Management e. V. in Frankfurt.

DS: Gabi, du bist vom christlichen Radio zur Finanzbranche gewechselt, von der sozialen, religiösen zur  kommerziellen. Brauchtest du eine neue Herausforderung oder wolltest du mal  richtig Geld verdienen?

GW: Das waren natürlich verschiedene Faktoren, die dazu geführt haben. Von meinem Background habe ich schon in verschiedenen Feldern gearbeitet. Zum Beispiel habe ich eine Banklehre gemacht, die mich in die Welt der Zahlen und die Wirtschaft eingeführt hat. Ebenso hat mich eine PR-Beraterausbildung in diesem Jahr auf die Schiene gebracht, in der Finanzbranche mein Wissen und meine Erfahrung anzuwenden. Ich finde, dass ich gerade eine Kombination aus verschiedenen "Jobprofilen" lebe. Natürlich vedient man auch besser, aber das ist eher eine nette Begleiterscheinung ;-)). 

DS: Christsein steht nicht im  Widerspruch zu Geldgeschäften oder Handeln an der Börse?  

GW: Wenn man wie ich in der Finanzwelt arbeitet, hat man zwangsläufig mit Geldgeschäften zu tun - und natürlich mit der Börse. Und die Entwicklungen da zu beobachten, ist einfach spannend und macht mir Spaß! M.  E. ist Geld "an sich" und Börsengeschäfte erstmal nichts Schlechtes oder Unchristliches. Es geht eher um die Einstellung: Welche Priorität räume ich dem Geld ein, wie weit darf es mich bestimmen. Und da ist es wie mit anderen Sachen auch. Was mich stark beschäftigt und mich in Beschlag nimmt, bringt mich weg von Gott. Da muss ich bei meinen Hobbys und genauso meinem Fernsehkonsum aufpassen. Auch sie können zur Gefahr für mein Christsein werden.

DS: Und schließlich kommt es ja auch darauf an, wie man mit dem Geld dann umgeht. Dich habe ich kennen gelernt als eine Frau, die zwar schon viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres legt, die aber keinen großartigen Luxus braucht, sondern sich auch noch an kleinen Dingen  freuen kann.

GW: Das ist, glaube ich, in der Tat so. Ich kaufe mir gerne Klamotten und leiste mir auch Schönes. Aber Geld und mein Bankkonto bestimmt mich nicht so, dass ich übertriebenen Luxus brauche. Zum Beispiel Zeit mit meinen Patenkindern zu verbringen, ein gutes Buch lesen, mich an der frischen Luft bewegen - das sind Dinge, die ich mir viel bedeuten. Bestimmt liegt das an den Werten, die mich geprägt haben: dass ich z.  B. gelebten lebendigen Beziehungen großen Raum gebe und mich ehrenamtlich engagiere.

DS: Das zeigt sich auch in deiner  großzügigen Unterstützung von Diospi Suyana. Was gefällt dir ausgerechnet an dem Krankenhaus für die Quechua-Indianer so gut? 

GW: Ich finde es ein spannendes Projekt, weil die Quechuas schon so lange vernachlässigt wurden und jetzt das Angebot konkreter Hilfe bekommen. Toll finde ich, dass das Soziale und missionarische Anliegen bei dem Projekt zusammenkommen. Menschen reden nicht nur von Gott, sondern sie tun auch was und helfen Menschen in ihrem Elend. Und ich sehe, dass das Projekt vorangeht und professionell aufgezogen wird. Man merkt, dass das Geld da hinfließt, wo es Menschen wirklich brauchen.

Das freut uns, vielen Dank für das Gespräch!

Ein Interview mit Pfarrer Dr. Christian Schwark am 23.11.2006

Christian Schwark ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde in Solms-Niederbiel, verheiratet mit Tina Schwark. Die beiden haben zwei Kinder. Christian Schwark unterstützt Diospi Suyana auf vielfältige Weise. Finanziell als eines von vier Dauerprojekten. Und für die Treffen, die zweimal im Jahr für Mitarbeiter-Interessenten stattfinden, stellt er kostenlos die Gemeinderäume zur Verfügung. Außerdem nutzt Pfarrer Schwark jede Gelegenheit, auch bei Nachbargemeinden auf Diospi Suyana hinzuweisen.

DS: Christian, sicher wirst du häufig wegen Unterstützung angefragt. Warum fühlst du dich gerade Diospi Suyana so verbunden?

C.S.: Mir ist es wichtig, Projekte zu unterstützen, bei der soziale Hilfe und ein missionarisches Anliegen zusammenkommt. Das finde ich bei Diospi Suyana schön umgesetzt. Konkret ergab sich der Impuls, das Projekt zu unterstützen dadurch, dass Udo Klemenz und seine Frau Barbara hier aus der Gemeinde kommen und wir einen guten Austausch miteinander haben. So war es für mich selbstverständlich, dass wir die beiden und das Projekt unterstützen.

DS: Du motivierst nicht nur deine „Schäfchen“ in der Gemeinde zur Unterstützung, du spendest auch privat. Was macht das Anliegen für dich persönlich so attraktiv? Warum gerade eine Klinik in Peru? Was gehen dich die Nachfahren der Inkas an?

C.S.: Die „Nächsten“, die wir nach dem Gebot von Jesus lieben sollen, können auch weit weg wohnen. Sie kommen uns nahe, wenn wir von ihnen hören und mit Menschen zu tun haben, die sie persönlich kennen. So erging es mir auch mit den Nachfahren der Inkas. Außerdem sagt Jesus, dass wir in der ganzen Welt Menschen zu seinen Jüngern machen sollen. Also auch in Südamerika.

DS: Mission ist dir ein großes Anliegen. Das sieht man auch an dem Thema, das du für deine Dissertation gewählt hast: „Gottesdienste für Kirchendistanzierte“; deine Arbeit wurde ja auch im Brockhaus Verlag veröffentlicht („Gottesdienste für Kirchendistanzierte – Konzepte und Perspektiven“). Du hast doch eine tolle Gemeinde mit vielen engagierten Mitarbeitern, wie man es selten in der Landeskirche erlebt. Das könntest du doch jetzt genießen und dich zurücklehnen! Warum machst du dir noch so viele Gedanken um andere Gottesdienstformen und versuchst, sie in deiner Gemeinde zu etablieren?

C.S.: Die Gemeinde ist doch nicht dazu da, damit der Pfarrer sich nun nur noch bequem zurücklehnen kann. Ganz abgesehen davon, dass ich das ziemlich langweilig fände. Jesus wünscht sich, dass wir immer neue Leute erreichen und für den Glauben an ihn gewinnen. Darum dürfen wir uns nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern immer nach neuen Wegen suchen, um Menschen anzusprechen. Dazu möchte ich gerne beitragen.

DS: Auch Diospi Suyana ist es neben der medizinischen Versorgung wichtig, dass die Indios Jesus Christus als ihren persönlichen Retter kennen lernen und sie dadurch neue Hoffnung für ihr Leben – und über ihren Tod hinaus - gewinnen. Viele Menschen in Europa sind der Meinung, man achte damit die Religion und Kultur der Indianer nicht. In diesem Zusammenhang wird oft die Zwangsmissionierung der Spanier angeführt, die viel Schaden angerichtet hat. Wie siehst du das?

C.S.: Mission darf nicht den Menschen eine europäische Kultur aufzwingen. Und Zwangsmissionierung ist selbstverständlich abzulehnen. Hier sind sicherlich viele Fehler gemacht worden. Aber Mission bewirkt immer eine heilsame Veränderung – auch im kulturellen Bereich. Wenn eine Religion oder eine Kultur die Menschen z. B. depressiv und hoffnungslos macht, ist es doch etwas Gutes, wenn sich hier etwas ändert. Wichtig ist, dass wir dabei nicht überheblich sind. Unsere eigene Kultur ist nicht grundsätzlich besser als andere Kulturen. Das Evangelium enthält auch vieles, was unsere Kultur in Frage stellt.

DS: Warst du schon mal in Südamerika oder ziehst du vielleicht sogar in Betracht, bei der Einweihung des Spitals dabei zu sein?

C.S.: Bisher war ich noch nicht in Südamerika. Reizen würde es mich schon, bei der Einweihung von Diospi Suyana dabei zu sein.

DS: Dein Wunsch für Diospi Suyana und seine Mitarbeiter?

C.S.: Ich wünsche euch, dass Gott euch immer ganz nahe ist und ihr das, was ihr an die Menschen weitergeben wollt, auch selbst erfahrt: Er hat euch unendlich lieb und hat durch Jesus alles für euch getan. Und natürlich wünsche ich euch auch, dass durch das, was ihr tut, vielen Menschen geholfen wird und sie dadurch die Liebe Gottes erfahren.

DS: Vielen Dank für das Gespräch.

Festansprache von Dr. Klaus-Dieter John, dem designierten Direktor des Missionsspitals Diospi Suyana, anlässlich des 1. Spatenstichs am 24.05.2005 in Curahuasi vor 3000 Gästen (Freie Übersetzung der spanischen Rede)

Sehr geehrter Herr Botschafter Dr. Roland Kliesow, sehr geehrter Herr Direktor des Nationalen Evangelischen Kirchenrats Dr. Victor Arroyo, sehr geehrter Herr Vize-Präsident der Regionalregierung, Sr. Angel Barrantes, sehr geehrte Würdenträger, liebe Curahuasinos:

Seit dem Jahr 1991 haben meine Frau und ich des Öfteren Peru und Bolivien besucht. Jede Reise nach Südamerika wurde für uns zu einer ganz besonderen Zeit. Wir bewunderten die außerordentliche Schönheit der hiesigen Natur und genossen die wunderbare Liebenswürdigkeit der Südamerikaner. Wir haben uns natürlich auch mit der faszinierenden Geschichte dieses Landes beschäftigt. So versuchten wir die sozialen Umstände der Berglandindianer zu verstehen, deren Armut uns sehr zu Herzen ging. Während der 90er Jahre wuchs dann der feste Entschluss in uns heran, eines Tages als Missionsärzte hierher zurückzukehren um ein Krankenhaus für die Landbevölkerung zu errichten.

Vom menschlichen Standpunkt aus ist es natürlich völlig unmöglich als kleine private Gruppe ein modernes Krankenhaus ohne den Beistand großer Organisationen zu bauen. Aber wir waren immer fest davon überzeugt, dass mit Gottes Segen alles möglich sein würde. Der Name des Spitals bringt unsere Überzeugung treffend zum Ausdruck: „Wir vertrauen auf Gott!“

Im Januar des Jahres 2002 begannen meine Frau und ich einen Projektentwurf für ein Missionsspital zu erarbeiten. Im August des gleichen Jahres halfen uns 8 Freunde eine wohltätige Organisation zu gründen, die sich die Errichtung einer medizinischen Einrichtung für die Quechuas der Anden zum Ziel setzte.

Zweifellos gibt es viele Gegenden in Peru und Bolivien, wo moderne Krankenhäuser noch dringend benötigt werden. Oft fragen mich die Leute, warum wir Curahuasi als Standort des Spitals Diospi Suyana gewählt hätten und nicht Ayaccucho, Puno oder Potosí in Bolivien.

Unser Entschluss war das Ergebnis eines langen Entscheidungsprozesses. Als ich die peruanische Landkarte zum ersten Mal studierte, fiel mir gleich die strategische Lage der Provinz Abancay auf, da hier eine Straße von der Küste im Westen mit einer anderen von der Stadt Andahuaylas im Norden zusammentreffen.  Wir haben als Ehepaar aber noch einige Erkundungsreisen durch Bolivien und Peru unternommen um mit den Regierungen, den Kirchenräten und anderen Ärzten über dieses Projekt zu reden.
Letztendlich kamen wir auf Grund der Empfehlungen von Dr. Allen George, seiner Frau Dr. Amy George und der Missionarin Hannelore Zimmermann in die Provinz Abancay.

Am 23. Januar 2003 betraten wir zum ersten Mal das Büro des Bürgermeisters Herrn Julio Cesar Luna um ihm unseren Plan eines Missionsspitals in seiner Stadt – der Welthauptstadt des Anis – vorzustellen. Sicherlich war unser Vorschlag für ihn eine große Überraschung. Aber genauso handelt Gott manchmal in unserem Leben. Mitunter benutzt er andere Menschen um uns zu ermuntern und dann wiederum beauftragt er uns für unsere Mitmenschen zum Segen zu werden - alles nach seinem Ratschluss.

Es reicht natürlich nicht aus von einem großen Ziel nur zu träumen. Es ist vielmehr notwendig Opfer zu erbringen und alle Anstrengungen zu unternehmen um eine großartige Vision auch wirklich umzusetzen. Der berühmte Reformator Martin Luther hat dazu vor über 400 Jahren folgendes gesagt: Ein Nachfolger Christi sollte so hart arbeiten, als ob all seine Gebete umsonst wären, aber er muss gleichzeitig so intensiv beten, als ob all seine Bemühungen nichts bewirkten! Nach diesen weisen Worten Martin Luthers sind wir im weiteren Verlauf der Dinge vorgegangen.  Seit Januar des letzten Jahres sind meine Frau quer durch Deutschland gereist, mittlerweile über 80.000 Kilometer, um fast 200mal in Kirchen, Wohltätigkeitsclubs, Universitäten und Schulen über Diospi Suyana zu reden. Dabei verfolgten wir im Wesentlichen zwei Ziele:

Es versteht sich von selbst, dass wir die Geldmittel für den Bau des Spitals suchten. Aber wir hatten außerdem die feste Absicht unseren Glauben an Jesus Christus vor Tausenden von Deutschen zu bekennen.  Natürlich leben wir Deutschen unter leichteren Lebensumständen als Sie in Apurímac. Aber unabhängig von den bestehenden Unterschieden unserer Kulturen, sozialen Situationen und Lebenschancen, haben wir alle es mit den gleichen rätselhaften Fragen unserer menschlichen Existenz zu tun.

Warum leben wir überhaupt? Gibt es eine Hoffnung, die unsere Sterblichkeit einmal überwinden kann? Und wird es eines Tages eine letzte Gerechtigkeit geben für eine Welt, die zutiefst von Ungerechtigkeit geprägt ist? Als Jesus Christus sagte, „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, verkündete er die Liebe Gottes für alle Menschen, gleichgültig ob wir Deutsche oder Peruaner sind.

Als Ergebnis unserer Kampagne in Deutschland haben Tausende von Menschen von Diospi Suyana gehört und Hunderte sich entschlossen dem Verein Diospi Suyana als Fördermitglieder beizutreten. Ferner wurden über 50 Zeitungsartikel in der deutschen und 4 in der peruanischen Presse über unser Vorhaben veröffentlicht. Es ist ganz offensichtlich, dass sich Diospi Suyana zu einem Symbol der gegenseitigen Freundschaft zwischen Peru und Deutschland entwickelt hat. Aber auch wenn viele Deutsche als Unterstützer diese Arbeit mittragen, handelt es sich bei Diospi Suyana doch in Wahrheit um ein internationales Team. Dr. Allen George und seine Frau Dr. Amy George kommen aus den USA. Andere Mitarbeiter werden aus Australien, England und der Schweiz zu uns stoßen. Und ich freue mich außerordentlich, dass 35 Peruaner gemeinsam mit uns in diesem Krankenhaus tätig sein werden, dessen ersten Spatenstich wir heute feiern.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Hilfe seitens unserer peruanischen Freunde für den langfristigen Erfolg von entscheidender Bedeutung sein wird. Wir möchten uns heute deshalb ganz herzlich bei all jenen bedanken, die uns während der vergangenen drei Jahre überaus hilfreich zur Seite standen.
So gilt unser besonderer Dank der Gemeindeverwaltung von Curahuasi, der Gesundheitsbehörde und der Regionalregierung des Bundeslandes Apurímac sowie dem Gesundheitsministerium in Lima. Mittlerweile haben uns schon drei verschiedene Gesundheitsminister grünes Licht für unser Vorhaben gegeben.

Ich möchte die Leitung des Nationalen Evangelischen Kirchenrats von Peru mit Dank erwähnen, besonders seinen Direktor Dr. Victor Arroyo, aber auch den Rechtsanwalt Dr. Ifraím Caviedes aus Cusco, den früheren Präsidenten der Peruanischen Augenärztlichen Gesellschaft, Dr. Contreras und die Leiter der Evangelischen Kirchen vor Ort, besonders Pastor Adrian Campero.

Unser ganz besonderer Dank gilt Padre Tomás. Ich bin über das herzliche Verhältnis zur katholischen Kirche sehr glücklich. Nie werde ich die bedeutende Rolle von Padre Tomás vergessen, die er im April 2002 beim Kauf unseres Grundstücks gespielt hat. Damals erwarben wir das Gelände zu einem Vorzugspreis von der katholischen Kirche.

Als Jesus Christus vor 2000 Jahren sein Wirken begann, betrat er eine jüdische Synagoge um seine erste öffentliche Predigt zu halten. Ich darf Ihnen nun 4 Verse aus dem 4. Kapitel des Lukas Evangeliums vorlesen: „Sie reichten ihm das Buch des Propheten Jesaja. Und als er es öffnete, fand er die Stelle, wo es heißt, der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich beauftragt hat die gute Nachricht zu den Armen zu bringen. Er hat mich geschickt den Gefangenen ihre Freiheit zu verkündigen, den Blinden ihr Augenlicht zu geben und die Unterdrückten zu erlösen. Ich bin hier um das Gnadenjahr des Herrn zu verkündigen!“

Jesus Christus ist die Erfüllung dieser großartigen Hoffnungsbotschaft. Und wir als Missionärzte und Krankenschwestern wollen dem Beispiel Christi folgen, seinen Willen in einer Welt umzusetzen, die von Mutlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung bestimmt wird.

Diospi Suyana möchte den Ärmsten der Armen im Geiste Jesu Christi helfen. Diese Vision treibt uns Tag für Tag an unseren Kampf um die notwendigen Geldmittel in Deutschland fortzusetzen. Aber vor allem möchten wir Gott dienen und seinen heiligen Namen ehren.

Am Montag, dem 18. April veröffentlichte die überregionale Zeitung „Peru 21“ einen Artikel über Diospi Suyana. Ich möchte Ihnen gerne den ersten Absatz daraus vorlesen: „Es heißt, dass der Glaube Berge versetzen kann und genau dies scheint nun in Curahuasi, einem Distrikt der Quechua Indianer Apurímacs, Wirklichkeit zu werden!“
Am Sonntag, dem 8. Mai endete ein ausführlicher Bericht über Diospi Suyana in der bedeutendsten Zeitung Perus, nämlich dem „El Comercio“, mit folgenden Worten: „Das Projekt marschiert voran und sein Vertrauen ist fest auf Gott gerichtet!“

Wir freuen uns, dass Sie alle am heutigen Baubeginn des Missionsspitals teilnehmen. Ich möchte Sie zum Schluss ganz herzlich grüßen und Ihnen auch die herzlichsten Grüße meiner lieben Frau aus Deutschland überbringen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Ein Interview mit Frau Susanne Voßloh am 16.05.2005

Diospi Suyana (DS) befragte Frau Susanne Vossloh (SV) aus Wiesbaden.

DS: Frau Vossloh, sie unterstützen den Verein Diospi Suyana in seiner Pionierphase wie kaum ein zweiter. Wieso haben Sie so viele Sympathien für diese Arbeit?

SV: Ich habe meine ersten Kinderjahre in China verbracht. Mein Vater gründete dort als Missionsarzt ein Krankenhaus, tat also das Gleiche, was auch sie von Diospi Suyana vorhaben. *Anmerkung der Redaktion, der Vater von Frau Vossloh war Herr Dr. Hans Neuffer.

DS: Haben Sie noch Kindheitserinnerungen an diese Zeit?

SV: Aber selbstverständlich! Zum Beispiel wie ich als fünfjähriges Mädchen meinen Vater nach Shanghai begleitet habe um meine Tante abzuholen. Sie sollte als Hebamme im Krankenhaus aushelfen. Für mich wurde diese Tante besonders wichtig, denn Sie hat mich in China dann schulisch ausgebildet.

DS: War ihr Vater ein weltfremder Idealist oder hatte er beide Beine auf der Erde?

SV: Er war ein Realist mit viel Gottvertrauen und zudem mit einem starken Selbstvertrauen ausgestattet. Er war erstklassig qualifiziert und wurde nach dem 2. Weltkrieg sogar der Präsident der Deutschen Ärztekammer. Viele andere Ärzte kamen für diesen Posten auf Grund ihrer Belastungen aus der NS-Zeit nicht in Frage. Zehn Jahre hat er diese Verantwortung ehrenamtlich mit Fleiß und Engagement getragen. Er war sogar ganz wesentlich dafür verantwortlich, dass Deutschland nach den Wirren der Hitlerjahre wieder in die Weltgesundheitsorganisation aufgenommen und damit sozusagen rehabilitiert wurde.

DS: Haben Sie diese Wesenszüge ihres Vaters geerbt?

SV: Wie man’s nimmt. Sein starkes Selbstvertrauen fehlte mir, aber mein Vertrauen auf Gott war ähnlich fest. Meine Eltern und Verwandten lebten mir Gottvertrauen exemplarisch vor. Selbst bei Familienfesten drehten sich die Themen meist um religiöse Fragen.

DS: Sie wissen ja wahrscheinlich, dass Diospi Suyana in der Quechua-Sprache bedeutet: Wir vertrauen auf Gott. Was meinen Sie, ist Gottvertrauen nur ein Weltbild also eine gewisse Sicht der Dinge oder glauben Sie, dass Gott ganz real in Ihr Leben eingegriffen und Sie geführt hat?

SV: Ich habe in meinem Leben manchmal schwer damit gerungen Gottes Weg zu erkennen. So einfach ist das mitunter gar nicht. Zum Beispiel als die Hochzeit mit meinem Mann, der 11 Jahre älter war als ich, anstand, wurde die Frage nach dem Willen Gottes so richtig akut. Ich habe aber in meinem Leben festgestellt, dass Gott aus den Gegebenheiten heraus einen Weg vorgibt. Rückblickend wird dieser Weg dann oft verständlich.

DS: Am 24. Mai wird der 1. Spatenstich stattfinden und die Einweihung des Spitals ist für1 ½ Jahre später vorgesehen. Werden Sie dabei sein?

SV: Wenn ich es körperlich noch schaffen könnte, würde ich herzlich gerne nach Peru fliegen. Aber ich komme ja kaum noch die Stufen hoch.

DS: Wir werden Sie immer auf dem Laufenden halten. Wir danken Ihnen noch einmal ganz herzlich für das Gespräch und natürlich auch für Ihre treue Unterstützung unserer Arbeit.

Ein Interview mit Herrn Wolfgang Fischer, Träger des Bundesverdienstkreuzes, am 25.04.2005

Herr Wolfgang Fischer erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande und wurde mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Der seit 1995 pensionierte Berufsschullehrer engagierte sich zeitlebens in der Lokalpolitik und in seiner Kirchengemeinde

DS: Herr Fischer, Sie haben sich in jüngster Zeit intensiv für Diospi Suyana eingesetzt und hierbei Kontakte zur Bundesregierung, insbesondere zu Entwicklungshilfeministerin Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul vermittelt. Vor welchem Hintergrund war Ihnen das möglich?

WF.: Nun, Frau Wieczorek-Zeul ist für die Landeshauptstadt Wiesbaden in den Bundestag gerückt. Ich selbst gehöre der SPD seit 40 Jahren an und kenne sie daher als Parteimitglied. Da die Dres. John ja auch im Wahlkreis Wiesbaden zu Hause sind, lag es nahe der Ministerin die Krankenhauspläne vorzustellen.

DS: Wir haben von Ihnen erfahren, dass die Gründerväter der SPD "bibelbezogene" Leute waren. Heute bringt die Partei ihr Programm auf die Formel: Für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Welchen Werten fühlen Sie sich verpflichtet?

WF.: Als Kind habe ich noch miterlebt, wie hart Eltern für das Schulgeld arbeiten mussten. Deswegen begrüßte ich die Schulgeld- und Lehrmittelfreiheit, die in der hessischen Verfassung nach dem Krieg gesichert wurden, sehr. Ich selbst gehörte nach dem Abitur zu den ausbildungsmäßig privilegierten Lehrlingen Deutschlands, was für meine spätere Berufstätigkeit als Berufsschullehrer ein wichtiger Motivationsfaktor war; ich wollte sicherstellen, dass Lehrlinge eine gute Ausbildung bekommen und nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. Ich habe auch gesehen, was mit unseren jüdischen Mitbürgern während des Krieges geschah. Je älter ich werde, desto mehr zählen für mich die Werte der Menschenwürde und Freiheit. Ich möchte betonen, dass die Bibel an vielen Stellen Grundlagen schafft für ein sozial-gerechtes Miteinander in Staat und Kirche. Die Fürsorge für Witwen und Waisen ist da ebenso angesagt wie die Versorgung Kranker.

DS: Wir wollen ja am 24. Mai mit dem Bau eines Missionsspitals für die Indianer Perus beginnen, und zwar genau dort, wo die Not am größten ist, im Armenhaus des Landes. Wir sagen oft, wir möchten den Berglandindios mit "Kompetenz und Caritas" begegnen. Was meinen Sie denn, wie könnte der peruanische Staat selbst die soziale Lage der Urbevölkerung verbessern

WF.: Vor einigen Jahren waren meine Frau und ich in Südamerika, wir haben Argentinien, Paraguay und Uruguay bereist. Auch dort fiel uns die äußerst ungerechte Eigentums- und Einkommensverteilung auf. Das Grundübel ist meiner Meinung nach im Bildungssystem zu finden, das ja für die Masse der Bürger nur minimale Ausbildungsmöglichkeiten bereitstellt. Um aber wirtschaftlich voranzukommen, muss eine gute Berufsausbildung für sozusagen jedermann geschaffen werden.

DS: Sie hatten als Berufsschullehrer fast 40 Jahre lang guten Kontakt zu jungen Erwachsenen. Konnten Sie in dieser Zeit auch auf die Not in Entwicklungsländern aufmerksam machen

WF.: Also, für Berufsschüler gab es in 40 Wochen Unterricht zu maximal 12 Wochenstunden eine einzige "Politik-Stunde", in der zudem die Prüfungsinteressen der Lehrlinge zu berücksichtigen waren. Aber ich habe versucht zumindest auf einzelne Punkte hinzuweisen, z.B. die Preise bestimmter Lebensmittelprodukte, die hier zu unserem Lebensstandart gehören und deren Verkauf ihren Erzeuger nicht ernähren kann.

DS: Sie haben länger als manch anderer in der Partei-Politk mitgemischt. Wenn Sie nun, mit 74 Jahren Bilanz ziehen und von ihrem christlichen Standpunkt aus beurteilen - macht man sich als "Frommer" in der Politik nicht die Finger schmutzig?

WF.: Nun, ich war in der Politik äußerst weit unten angesiedelt. Da ging es nicht um heikle Themen wie Abtreibung, Homosexualität, Steuerschlupflöcher, Vertriebene und "Multikulti". Vielmehr waren lokale Probleme zu lösen und dabei wurden Eigenschaften wie Geduld, Ausdauer und Kompromissbereitschaft gefordert. Die Parteidisziplin klemmt einen natürlich manchmal zwischen Partei und die Bürgerinteressen ein und es ist eine fortwährende Balance zwischen Taktik und Wahrheit herzustellen!

DS: Der peruanische Botschafter Senor Higueras Ramos sieht mit dem Krankenhausprojekt Diospi Suyana die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Peru gestärkt. Wenn Sie sich weiterhin für unser Indianerhospital einsetzen, könnte vielleicht noch das große Verdienstkreuz von Peru auf Sie zukommen. Dann hätten Sie gleich 3 Orden am Revers.

WF.: Sie sollten nicht übertreiben. Für uns, meine Frau und mich, sowie für viele Vereinsmitglieder ist es genug Ehrung, einen Dankesbrief und ein Bild eines geheilten Patienten zu erhalten, vielleicht sogar mit dieser schönen landestypischen farbenfrohen Bekleidung. Dieses Team von Diospi Suyana besticht durch intensiven Einsatz, Opferbereitschaft, Ausdauer, Ausbildungsniveau und Hingabe. Na, da weiß man, was man für dieses Team und letztlich die Patienten tut.

DS: Sie haben Recht, wir müssen ein gutes Team sein vor Ort - mit Freunden in der Heimat, die uns den Rücken stärken. Vielen Dank für das Gespräch!

Ein Interview mit Prof. Dr. Reinhard Dörner, Professor für experimentelle Atomphysik an der Universität in Frankfurt am Main am 09.03.2005

Diospi Suyana sprach mit dem Atomphysiker Prof. Dr. Reinhard Dörner

DS: Professor Dörner, sie pendeln zwischen Frankfurt, Berkeley in Kalifornien und anderen Universitäten hin und her. Was hat das Leben eines Atomphysikers mit Diospi Suyana zu tun?

RD.: Heute Wissenschaftler in einem der reichsten Länder der Erde sein zu dürfen ist ein unglaubliches Privileg. Wenn einem soviel unverdientes Glück vergönnt ist, schmerzt der Skandal von Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Armut auf unserer Welt besonders. Diospi Suyana ist ein kleiner, von mir bewunderter Versuch diesen empörenden Zustand unserer Welt ein klein wenig zu verbessern.

DS: Es gibt karitative Projekte wie Sand am Meer. Von welchen Kriterien machen Sie Ihre Unterstützung abhängig?

RD.: Der Erfolg eines Projektes hängt von den Menschen ab, die dahinter stehen. Klaus-Dieter und Martina John kenne ich seit der Schulzeit. Sie haben alle Voraussetzungen um aus diesem unglaublichen Plan von Diospi Suyana ein auch langfristig erfolgreiches Projekt zu machen. Sie haben die nötige Ausbildung, viel Erfahrung, Durchhaltevermögen für viele viele Jahre und dazu Willen und Bereitschaft zu bewundernswertem persönlichen Einsatz. Die beiden muß man einfach unterstützen! .

DS: Überall fehlt Geld. Im staatlichen und kirchlichen Bereich könnte auch in Deutschland einiges unternommen werden, wenn die entsprechenden Finanzen zur Verfügung stünden. Wäre es nicht besser ein karitatives Projekt in Deutschland zu fördern?

RD.: Da frage ich lieber zurück: wäre es nicht an der Zeit in Deutschland hinreichen hohe Steuern auch wirklich einzutreiben, dass die nötigen sozialen Aufgaben von unserem Staat übernommen werden können? In einem reichen Land wie Deutschland ist soziale Gerechtigkeit die zentrale Aufgabe des Staates. Mir graut vor „amerikanischen Zuständen“ wo der Staat sich aus der sozialen Fürsorge zurückzieht und diese Aufgaben auf private karitative Initiativen abgewälzt werden.

DS: Wenn ein Engagement in der so genannten 3. Welt nun so wichtig ist, sehen Sie Möglichkeiten in Ihrem Beruf positiv die Geschicke der Entwicklungsländer zu beeinflussen

RD.: Nur sehr mittelbar. Ich bin von ganzem Herzen Wissenschaftler und Hochschullehrer. Ausbildung ist wichtig und international. Bildung und wissenschaftlicher Fortschritt war historisch einer der wichtigsten Triebfedern zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen und wird dies auch in Zukunft sein.

DS: Diospi Suyana heißt in der Quechua-Sprache: „Wir vertrauen auf Gott!“ Spielt Gott eine Rolle in Ihrem Leben?

RD.: Ich bin Christ, auch wenn mir dieses Bekenntnis in Anbetracht des real existierenden Christentums, zum Beispiel in seiner fundamentalistischen Version in USA oder Rom, oft schwerfällt. Trotzdem ein klares ja: ich habe ein kindliches Vertrauen in Gott und in Gebete, auch wenn ich das rational nicht einholen kann.

DS: Die Physik basiert auf exakten Beobachtungen und nachvollziehbaren Berechnungen. Beim Glauben ist das völlig anders. Tut sich ein Wissenschaftler da nicht schwer mit dem Phänomen des Übernatürlichen und Unerklärbaren?

RD.: Das so genannte Übernatürliche, wie es uns etwa in der „Wahrsagerei“ oder „Sternendeutung“ begegnet halte ich in der Tat für völligen Mummenschanz. Ich wehre mich aber dagegen jede Religion mit solchem Unfug in einen Topf zu werfen. Mir gefällt daher die Wortwahl und die Gegenüberstellung in ihrer Frage nicht. Im Zweifel zwischen Glaube und Rationalität kann man nicht mit guten Gründen gegen die Vernunft entscheiden, aber es besteht Grund zur Hoffnung, dass dies eine Scheinalternative ist.

DS: Sie haben eine Frau und eine Tochter. Könnten Sie sich einen Familienurlaub in Peru vorstellen?

RD.: Ja, das wäre sehr spannend!

DS: Vielen Dank für das Gespräch.

Ein Interview mit Anette Bauscher, der Leiterin für Kommunikation und Fundraising bei Diospi Suyana am 10.11.2004

In seiner ordentlichen Sitzung am 30.10.2004 stellte der Verein Diospi Suyana Frau Anette Bauscher aus Solms als Fundraiserin ein. Sie wird ihre Tätigkeit am 1.1.2005 aufnehmen. Diospi Suyana sprach mit Frau Bauscher.

DS: Frau Bauscher, was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Ausdruck „Fundraiser“. Otto-Normalverbraucher gerät bei diesem Wort doch ein wenig ins Grübeln.

A.B.: Stimmt, ich mag es auch nicht besonders. Es hört sich irgendwie nach „Berechnung“ an, vor allem für Leute, die damit nichts verbinden können. Leider gibt es kein deutsches Wort dafür. „Fund“ bedeutet „Mittel, Geld, Ressourcen“ und „to raise“ heißt: „erheben, beschaffen, wachsen lassen“. Ich mache also nichts anderes als Spendenmarketing oder besser: „Menschen die Freude am Geben zu lehren“, wie es ein amerikanischer Fundraiser so schön ausgedrückt hat.

DS: Sie haben fast 10 Jahre beim ERF in Wetzlar gearbeitet. Der ERF ist ein großes etabliertes Spendenwerk. Diospi Suyana hingegen ist erst in diesem Jahr in Deutschland ins Gespräch gekommen. Was treibt Sie zu dem Wechsel? Hat Sie die Abenteuerlust gepackt?

A.B.: Wer weiß? Ein bisschen Abenteurerin bin ich schon. Ich bin kein Sicherheitsdenker; schließlich hat Gott uns das ja nicht aufgetragen. Er ist unsere „Sicherheit“. Ich finde die vielseitige Pionierarbeit sehr spannend, auch wenn sie unbequem ist und Gefahr besteht, bei vielen, aber wichtigen Kleinarbeiten, das große Ziel aus den Augen zu verlieren. Und obwohl es einen „stetigen“ Teil in mir gibt, habe ich auch eine Seite, die immer mal wieder etwas Neues braucht, damit es mir nicht langweilig wird. Wichtig ist mir außerdem, Dinge nicht nur zu verwalten, sondern vorwärts zu gehen. Stillstand ist tödlich und bedeutet rückwärts gehen. Und gefallen hat mir gerade das an den Gründern von DS: Sie wollen etwas erreichen, glauben daran, dass ihr Projekt Gottes Sache ist und er ihnen hilft, sie zu verwirklichen. Trotz schwierigen Zeiten. Das Neue, Ursprüngliche an der Aufgabe finde ich total spannend. Noch ganz und gar auf Gott angewiesen zu sein. Und was den Evangeliums-Rundfunk angeht: Er bedeutet mir sehr viel. Und dabei bleibt es. Der ERF wird für mich immer etwas Besonderes bleiben. Aber ich denke, nach fast zehn Jahren, die ich dem Werk zur Verfügung gestellt habe, ist einfach Zeit für eine neue Herausforderung.

DS: Ein gewisses Wagnis gehen Sie dabei schon ein. Betreiben Sie Risikosportarten wie Bungeejumping oder Drachenfliegen?

A.B.: In meinem letzten Urlaub hab ich mich mal im Paraglyding versucht. Ein wirklich geniales und unvergessliches Erlebnis, das ich gerne wiederholen würde. Ansonsten mag ich Pferde. Besonders liebe ich an ihnen, dass sie manchmal etwas ungestüm und unberechenbar sind. Insgesamt sind sie für mich das Edelste und Faszinierendste, was Gott geschaffen hat. Meinen Ausgleich finde ich bei regelmäßigen Ausritten in der Natur, beim Schwimmen und bei meinen Freunden. Und demnächst auch beim Spielen mit einem Welpen. Ich freue mich schon auf ihn.

DS: Waren Sie schon einmal in Südamerika?

A.B.: Ja, 1997 in Brasilien bei meiner Tante, die 35 Jahre dort in der Mission war.

DS: Falls Sie sich die Situation der Indianer im Hochland Perus ansehen sollten, werden Sie bestimmt auch das eine oder andere Meerschweinchen angeboten bekommen. Läuft Ihnen bei diesem Gedanken schon das Wasser im Munde zusammen?

A. B.: Hilfe, nur das nicht! Da werde ich lieber zum Vegetarier. Ich fürchte, da müsste ich etwas unhöflich sein ...

DS: Was macht Ihrer Meinung nach das Projekt Diospi Suyana für potentielle Spender so attraktiv?

A.B.: Zum einen, dass DS so dicht am Menschen ist, so konkret hilft. Und das nicht nur medizinisch, sondern auch menschlich. Und viele finden ganz bestimmt einen großen Anreiz darin, dass DS nicht „umerziehen“, sondern auch die Kultur der Indianer fördern will. Denn in der Geschichte gibt es ja genügend Beispiele, wo Ausländer mit ihren „guten Absichten“ Mission betreiben wollten und dabei das Gegenteil erreichten

DS: Wie sehen Sie die Chancen, dass das Krankenhaus Diospi Suyana langfristig zumindest zum Teil über Spenden finanziert werden kann

A. B.: Menschlich gesehen in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage schlecht. Die Leute sind sehr verunsichert und halten ihr Geld zusammen, denken verständlicherweise zuerst an sich und ihre Zukunft. Aber bei Gott ist kein Ding unmöglich. Er hat gezeigt, dass er DS will. Und deshalb wird er auch die Menschen schenken, die das Projekt zu ihrem persönlichen Anliegen machen und es finanziell unterstützen. Nicht zu vergessen ist, dass das Leben eines jeden durch Spenden bereichert wird. Das verheißt uns Gott z. B. in der Bibel (Maleachi 3, 10). Er lässt sich gerne daran messen!

DS: Ja, in Deutschland herrscht vielerorts eine echte Krisenstimmung. Luther sagte einmal: Wenn morgen die Welt unter geht, würde er heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen. Welches Zeichen der Hoffnung würden Sie errichten?

A.B.: Diospi Suyana!

DS: Diospi Suyana heißt: Wir vertrauen auf Gott. Was bedeutet dieses Motto für Sie?

A.B.: Gott fordert uns heraus, Vertrauen zu leben. Das Motto erinnert mich täglich daran. Und spornt mich dazu an. Was mir von Natur aus nicht immer leicht fällt.

DS: Jetzt wissen wir wirklich mehr von Ihnen, vielen Dank für das Gespräch.

Ein Interview mit dem geschäftsführenden Gesellschafter von STOSS-MEDICA Medizintechnik, Herrn Axel Lantzsch am 17.09.2004

Diospi Suyana (DS) befragte den geschäftsführenden Gesellschafter von STOSS-MEDICA Medizintechnik, Herrn Axel Lantzsch, über seine Meinung zum geplanten Missionsspital.

DS: Herr Lantzsch, wann haben Sie das erste Mal von Diospi Suyana gehört?

Lantzsch: Einer meiner Mitarbeiter besuchte 2002 das Missionshospital in Shell in Ecuador. Zu dieser Zeit arbeiteten Drs. Martina und Klaus John in diesem Krankenhaus. So kam es dort zum aller ersten Kontakt. Anfang 2004 lasen wir dann in einem Rundbrief dieses Hospitals zum ersten Mal von dem ehrgeizigen Projekt in Peru. Im März 2004 besuchten meine Familie und ich eine Informationsveranstaltung von Diospi Suyana in Wiesbaden und lernten Familie John persönlich kennen. Seit dem versuchen wir, Diospi Suyana zu helfen.

DS: Sie unterstützen das Projekt ganz maßgeblich durch die Koordinierung der Materialsuche. Was haben Sie an DS schon verdient?

Lantzsch: Diese Zahl lässt sich äußerst präzise darstellen: 0,00 €. Ich gehe davon aus, dass wir auch in der zukünftigen Zusammenarbeit mit Diospi Suyana ähnlich exorbitante Gewinne erwirtschaften werden! Aber Spaß beiseite, Sinn eines solchen Engagements durch ein Unternehmen und/oder einen Unternehmer ist sicher nicht die Kostendeckung oder gar die Gewinnerzielung. Wir haben als Unternehmen und als Menschen unseren Mitmenschen gegenüber eine gewisse Verantwortung. Dieser Verantwortung versuchen wir gerecht zu werden.

DS: Wenn Sie schon keinen Cent an Rendite erhalten, warum setzen Sie sich so für eine Klinik ein, die 10.000 Km entfernt im peruanischen Bergland entstehen wird?

Lantzsch: Jeder Mensch sollte im Fall von Krankheit oder Unfall die Möglichkeit der ärztlichen und pflegerischen Betreuung haben. In dieser Region besteht aktuell eine völlig unzureichende medizinische Versorgung. Diospi Suyana wird das ändern. Die Struktur von Diospi Suyana gewährleistet minimale administrative Kosten, so dass das Engagement aller Beteiligten, gleich ob Mitarbeit, Geld- oder Sachspende, in vollem Umfang den Menschen im peruanischen Hochland zu Gute kommt. Nicht nur das Ziel, sonder auch die Mitarbeiter von Diospi Suyana haben mich überzeugt. Hier arbeiten Menschen mit bewundernswertem Einsatz, christlicher Überzeugung und großem Sachverstand. Es macht einfach Freude in diesem Umfeld ein solches Projekt zu unterstützen.

DS: Haben Sie schon mal ähnliche Projekte unterstützt?

Lantzsch: Ja! Wir unterstützten über 10 Jahre hinweg die Aktion „Ein Tröpfchen Milch“ von Frau Christel Jeschke, die viel für die Verbesserung der medizinischen Situation im Süden Marokkos getan hat. Nachdem „Ein Tröpfchen Milch“ seine Arbeit einstellte, arbeiteten wir mit der Wiesbadener Gruppe „A.I.S.T.“, die mit großem Engagement Kinderkrankenhäuser in der Ukraine unterstützt.

DS: Was denkt Ihr geschäftliches Umfeld eigentlich über Ihr soziales Engagement?

Lantzsch: Wir nutzen unsere geschäftlichen Kontakte um für Diospi Suyana zu werben. Wir wollen unsere Geschäftspartner überzeugen, dass es wichtig ist, dass auch sie den Bau des Krankenhauses in Curahuasi unterstützen. Einige unserer Geschäftsfreunde haben Diospi Suyana bereits mit großzügigen Geld- oder Sachspenden geholfen. Mein Ziel ist es, in unserer Branche ein Netzwerk aufzubauen, das nachhaltig zum Erfolg des Projekts beitragen kann.

DS: Diospi Suyana ist eine Initiative überzeugter Christen aus den unterschiedlichsten Kirchen. Sind Sie denn religiös eingestellt?

Lantzsch: Ich bin Christ.

DS: Im Frühjahr 2006 soll das Krankenhaus eingeweiht werden. Würden Sie mit ihrer Familie diesem Ereignis gerne beiwohnen?

Lantzsch: Selbstverständlich wäre es schön bei der Vollendung des Projekts mit dabei zu sein. Auf der anderen Seite kann Diospi Suyana das Geld, das wir für diese Reise ausgeben würden, sicher gut gebrauchen.

DS: Vielen Dank für das Gespräch.

Ein Interview mit Ehepaar Jörg und Birgit Bardy am 05.08.2004

Das Ehepaar Jörg (45) und Birgit Bardy (39) lebt in Lüdenscheid. Jörg arbeitet als Physiotherapeut am dortigen Klinikum Hellersen. Birgit ist Fachärztin der Allgemeinmedizin und bereitet sich derzeit auf ihren Facharzt für die Innere Medizin vor.

DS: In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten habt Ihr beide sichere Arbeitsplätze. Trotzdem beschäftigt ihr euch mit dem Projekt Diospi Suyana, das für die Berglandindios in Peru ein Missionsspital bauen und betreiben möchte. Wann habt ihr eigentlich das erste Mal von Diospi Suyana gehört?

Birgit: Während einer Reise nach Ecuador im Dezember 2002 haben wir die Johns in dem kleinen Ort Shell kennen gelernt. Sie arbeiteten dort als Missionsärzte und haben uns eine Menge von ihren Plänen vorgeschwärmt.

Jörg: Außerdem trafen wir in Shell Herrn Markus Rolli, einen Schweizer, der viel Südamerika Erfahrung mitbringt und auch mit einem Einsatz bei Diospi Suyana liebäugelt. Seitdem ging uns Diospi Suyana nicht mehr aus dem Kopf.

DS: Habt ihr damals schon geglaubt, dass euch das Diospi Suyana Fieber einmal so richtig packen würde

Birgit: Ich schon.

Jörg: Ich auch.

Birgit: Ich habe sogar darum gebetet, dass es für Jörg ein Herzensanliegen wird.

DS: Es gibt viele sehr gute und unterstützenswerte Projekte, warum setzt ihr euch so für Diospi Suyana ein?

Birgit: Wir finden, dieses Projekt hat Hand und Fuß und Gott steht dahinter. Außerdem haben wir , wie schon erwähnt, die Johns persönlich kennen gelernt.

DS: Interessiert ihr euch für die Indios?

Birgit: Diospi Suyana will ja vor allem den Berglandindianern helfen. Schon vor 13 Jahren, bei meiner ersten Reise nach Ecuador, habe ich diese Volksgruppe als sehr angenehm schätzen gelernt. Es sind wirklich freundliche und zurückhaltende Menschen.

Jörg: Vor meiner Ehe bin ich viel im Ausland herum gereist. Aber ich muss sagen, die Wochen in Ecuador waren eine ganz besondere Erfahrung. Die Kultur in Südamerika ist unglaublich vielfältig.

DS:: Ihr überlegt also ernsthaft dorthin auszuwandern. Was sagen eure Freunde und Kollegen dazu?

Birgit: Die finden das toll und unterstützen uns. Meine Mutter möchte sogar nach Peru kommen und in der Küche aushelfen

Jörg: Einige meiner Kollegen halten unser Vorhaben allerdings für sehr wagemutig. Trotzdem würden Sie mal vorbeischauen, wie übrigens auch der Chef meiner Frau. Was sie besonders schwer verstehen können, ist unser Verzicht auf ein sicheres Gehalt. Wir werden ja auf Spendenbasis von einem Freundeskreis bezahlt werden.

DS: Welche Aktionen habt ihr schon durchgeführt, um die Arbeit von Diospi Suyana voranzutreiben?

Jörg: Na, ja so Einiges. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, unseren Freunden und Bekannten das Projekt vorzustellen und sie nach Möglichkeit natürlich dafür zu gewinnen. Deshalb organisierten wir in Lüdenscheid drei Vorträge: Den ersten in unserer Freien Evangelischen Gemeinde, den zweiten über den Chef meiner Frau in einem Lions Club und schließlich konnte ich noch mit Prof. Giebel eine Veranstaltung am Klinikum Hellersen vorbereiten, zu der fast 50 Ärzte kamen.

Birgit: Was die Pressearbeit angeht, waren wir selbst erstaunt, wie groß das Interesse an Diospi Suyana war. Durch einige Kontakte erschienen 5 lange Artikel in den Stadtzeitungen. Am Ende schlossen sich etliche Lüdenscheider dem Verein als Fördermitglieder an.

DS: Beruf, Freundeskreis und eine schöne Wohnung. Ihr habt alles. Warum spielt ihr mit dem Gedanken, dass alles aufzugeben?

Jörg: Weil wir immer schon einen Teil unseres Lebens für ein Projekt in der 3. Welt zur Verfügung stellen wollten.

Birgit: Ich habe schon seit Jahren den Wunsch mich in meiner Eigenschaft als Ärztin für Arme in einem Entwicklungsland einzusetzen.

DS: Was treibt euch dazu an, pure Abenteuerlust, die Langeweile oder irgendeine Weltanschauung?

Birgit: Mir ist bewusst geworden, dass Gottes Liebe das Wichtigste ist, was wir im Leben haben können. Daran entscheidet sich meiner Meinung nach unser Lebensglück. So wie ich die Bibel verstehe, will Gott, dass wir den Armen helfen. Ich merke immer wieder, wie gut es uns in Deutschland geht. Also meine Antwort auf diese Frage wäre die Weltanschauung.

Jörg: Langeweile und Abenteuerlust sind es nicht. Meine Frau und ich leben als überzeugte Christen. Wir haben bestimmte Gaben und wollen sie zur Erfüllung eines sinnvollen Auftrags einsetzen. Ich denke, irgendwie möchten wir auch Vorbilder sein und anderen unsere Überzeugung glaubhaft vorleben.

DS: Wer ist für euch Jesus Christus?

Birgit: Gott hat sich in Jesus Christus gezeigt und uns durch seinen Tod am Kreuz mit sich versöhnt. Das ist meine Lebensgrundlage.

Jörg: Ich bin von Hause aus Katholik gewesen. Kommunion und Firmung liegen hinter mit. Irgendwann habe ich mich dann auf den Weg gemacht und verschiedene Religionen betrachtet. Dabei beschäftige ich mich mit dem Buddhismus, Hinduismus und Islam. Am Ende dieser Erfahrungsreise kam ich für mich zu dem Ergebnis, dass der christliche Glaube die Antwort auf meine Fragen anbietet:

DS: Wieso

Jörg: Weil mir hier ein Gott der Liebe gegenübertritt. Und ich kann mit all meinen Problemen zu Gott kommen, so wie ich bin.

DS: Vielen Dank für das Gespräch.